Mit Hunden unterwegs zu sein ist etwas wunderschönes. Weil aber nicht nur wunderschöne Dinge passieren, wenn wir uns in der Welt bewegen, ist es wichtig einen Plan für den Ernstfall zu haben.

Definition: Notfall

Ja, was ist das denn eigentlich? Im medizinischen Sinne ist dieser Begriff sehr genau eingegrenzt – für das tägliche Leben scheiden sich hier jedoch die Geister. Es gilt: „Notfall“ definiert einen Zustand, der ohne Behandlung zum Tod führt.

– Erste-Hilfe-Kurse

Was sich im Humanbereich schon immer flächendeckender durchsetzt sollte zumindest in Grundzügen für unsere Hunde bekannt sein. Blutstillung, Reanimation, Transportsicherung, telefonische Nachfrage und Zufahrt zur Tierklinik mit Notdienst sollten schon bekannt sein bevor es zum Ernstfall kommt. In diesen Kursen lernst du etliche Handgriffe und Methoden, die du nacher auch üben solltest um sie wirklich zu verinnerlichen, um im Ernstfall auf dein Wissen zuzugreifen (oder einfach alle zwei Jahre einen Kurs besuchst, so wie es für Menschen auch sein sollte). Ein wichtiger Inhalt von Erste-Hilfe-Kursen ist das Erheben der Vitalwerte, zu denen im häuslichen Bereich für den Hund die Körperkerntemperatur, die Atemfrequenz, der Puls und die Farbe der Schleimhäute gehören.

– Equipment

Für deinen Hund sollte ausreichend Verbandsmaterial, bestehend aus Schere, Mullbinden, Dreiecktüchern und Saugkompressen im Haus sein, sowie ein stabiles und reißfestes Tragetuch, falls er nicht mehr selbst gehen kann oder eine Wirbelsäulenverletzung hat. Ein Fieberthermometer, eine Uhr mit Sekundenzeiger bzw. eine Stoppuhr um die Herz- und Atemfrequenz zu erheben, sowie eine kleine Lampe um nach Verletzungen und Fremdkörpern zu suchen, wären eine gute Grundausstattung. Für dich selbst solltest du zumindest ein Paar Latexeinweghandschuhe haben. Zwei kleine Gläschen (ausgekocht und luftdicht verschlossen) zum Sammeln von Proben (Urin, Kot, Erbrochenes) ergänzen deine Ausstattung.

 

– dein Smartphone als Helferlein

 

Mit deinem Smartphone kannst du auf Apps zugreifen, die dir helfen dich auf den Ernstfall vorzubereiten oder dich evtl. sogar im Ernstfall unterstützen. Hier gehts zum VetFinder – einfach den aktuellen Ort eingeben und die nächstliegenden Einträge werden angezeigt. Für iPhone gibt es zusätzlich sogar eine Erste-Hilfe-App.

Außerdem sind die Funktionen „Stoppuhr“ und „Taschenlampe“ in der Erhebung der weiter oben genannten Vitalwerte nützlich. Die Werte kannst du in der „Notiz“-Applikation festhalten. Speicher dir außerdem die Nummer der nächstgelegenen Tierklinik oder des Tiernotdienstes ein und ruf diese an, BEVOR du dich mit deinem kranken oder verletzten Hund auf den Weg machst. Ganz wichtig: Sei geduldig und leg nicht einfach auf! Um sinnvoll helfen zu können, muss sich das Klinikpersonal auf dich und dein Tier vorbereiten und dazu gehört es auch sich über Ursachen, Beschwerden bzw. Symptome und den aktuellen Zustand des vierbeinigen Patienten zu informieren. Sprich dich außerdem mit befreundeten Hundehalter*innen ab, um einen Notfallkontakt zu haben. Beistand kann sehr hilfreich sein!

– Lieber jemand anderes fahren lassen

Wenn du ein Auto hast und die Tierklinik dir telefonisch zugesagt hat, dass du kommen kannst, ras‘ bitte nicht einfach los sondern versuch‘ jemanden zu finden, der dich fährt. In einer so aufreibenden Situation wäre auch der Anruf bei einem Taxiunternehmen besser als selbst zu fahren. Sag bei der Anmeldung der Fahrt gleich dazu, dass du ein verletztes Tier in die Tierklinik bringen willst – so kann sich die Person am Telefon auch mit den Fahrer*innen kurzschließen, wer ein geeignetes Auto dafür hat. Sei deinem Hund ein liebevoller Mensch, der ihm die Pfote hält bis ihr im Untersuchungsraum seid und riskier‘ nicht euer beider Leben.

– Handling

Tiere, die Schmerzen und Angst haben, benehmen sich anders. Auch der freundlichste Hund kann zu schnappen beginnen, wenn du die wehe Stelle berührst. Sei also in der Notfallsituation lieber zurückhaltender und riskiere nicht, dass dein Hund panisch wird oder dich am Ende sogar ungewollt verletzt. Gib deinem Hund nichts mehr zu essen oder zu trinken bis ihr in der Klinik seid.

 

Erste-Hilfe-Skills wollen geübt werden. Versuche in deiner Hundeschule oder bei befreundeten Hundehalter*innen das Bewusstsein dafür zu schaffen. Tausch dich mit anderen darüber aus, sprich in deiner Tierarztpraxis über Notfälle und was das Personal dir dazu raten kann. Vielleicht kannst du ja einen Übungsabend organisieren? Baue außerdem die Handgriffe der Untersuchungen in deine tägliche Routine ein. Übrigens; Weißt du, so ganz spontan, wo der Impfpass von deinem Hund ist? Kennst du außerdem schon Medical Training? Mehr [LINK: Medical Training]

 

 

Erste Hilfe Kurse für Hundehalter*innen

https://www.johanniter.at//kurse/erste-hilfe-am-hund/erste-hilfe-am-hund/erste-hilfe-am-hund-wien/

http://www.asb915.at/EH-Kurs_Hund.php

http://www.kleintierklinik-breitensee.at/events/firstaid.php

Zum Nachlesen:

https://www.tierarzt-austria.at/tiererstehilfe.html?erstehilfe=Hund

https://www.medimops.de/anna-oblasser-mirtl-medical-training-fuer-hunde-koerperpflege-und-tierarzt-behandlungen-vertrauensvoll-meistern-cadmos-hundepraxis-taschenbuch-M03840425212.html?variant=UsedVeryGood

 

Zum Nachschauen:

https://www.youtube.com/watch?v=HOz6Cln-WpQ

https://www.youtube.com/watch?v=lhhyi-cO9bA

https://www.wien.gv.at/video/197025/Tierarzt-fuer-Notfaelle-rund-um-die-Uhr

https://www.udemy.com/dog-cpr-first-aid-safety-for-pet-pros-dedicated-owners/ (auf englisch)

 

Telefonnummern für den Großraum Wien – rund um die Uhr erreichbar:

Tierklinik 1100 Wien, 0699 1 00 00 565 (http://www.tierarztwien.at/)

Tierklinik 1220 Wien, 01 280 10 20 (http://www.tierklinik-aspern.at/de/notfall/)

Tierklinik 1140 Wien, 01 982 53 81 (http://www.kleintierklinik-breitensee.at/emergency.php)

Uniklinik 1210 Wien, 01 25077-5555 (http://www.vetmeduni.ac.at/de/tierspital/kliniken/kleintiere/)